Mut zur Entscheidung: Parallelen zwischen Poker und Leadership
Jeden Tag „zocken“ wir – nur dass die Währung im Büro eine andere ist.
Beim Poker sprechen wir von Chips. Im Business nennen wir sie Budget, Zeit, Ressourcen und Team-Moral.
Doch das Prinzip bleibt dasselbe: Wir müssen Entscheidungen unter Unsicherheit treffen.
Im Poker kennt man selten alle Karten, die auf dem Tisch liegen.
Man kalkuliert Wahrscheinlichkeiten, erkennt Muster und versucht, das beste Ergebnis aus unvollständigen Informationen zu holen.
Im Geschäftsleben ist das nicht anders: Wir wissen nie, wie sich Märkte entwickeln, wie Kund:innen reagieren oder wie Wettbewerber agieren.
Trotzdem müssen wir spielen.
Viele Führungskräfte lähmen sich, weil sie nach 100 %iger Sicherheit suchen.
Sie wollen jedes Risiko ausschließen, jede Entscheidung absichern, jeden Irrtum vermeiden.
Doch absolute Sicherheit ist eine Illusion.
Wer das Spiel nicht wagt, spielt gar nicht mit.

Leadership bedeutet, Einsätze bewusst zu setzen
Ein guter Leader fragt nicht: „Ist das sicher?“
Er fragt: „Ist der Einsatz die Gewinnchance wert?“
Das ist der Unterschied zwischen Kontrolle und Vertrauen, zwischen Angst und Verantwortung.
Denn wer nie setzt, kann auch nichts gewinnen.
Und wer zu lange überlegt, verpasst den Moment, in dem man handeln muss.
Business-Entscheidungen sind keine Schachzüge, sie sind Pokerhände.
Sie erfordern Mut, Strategie und Intuition.
Manchmal gewinnt man mit einem mutigen Bluff, manchmal verliert man trotz der besten Karten.
Aber jedes Spiel lehrt etwas über Risiko, Timing und Kommunikation.

Wer führen will, muss bereit sein zu spielen
Ein starkes Team versteht das.
In einem guten Team wird Risiko nicht verteufelt, sondern bewusst gemanagt.
Man spricht offen über Chancen, Verluste und Lehren aus gescheiterten Projekten.
So entsteht Vertrauen – die vielleicht wertvollste Währung im Business.
Leadership heißt, Entscheidungen zu treffen, wenn die Faktenlage dünn ist.
Es heißt, Unsicherheit nicht zu fürchten, sondern sie zu kalkulieren.
Denn jede große Idee begann einmal mit einem „Was, wenn …?“.
Man muss bereit sein, den Einsatz zu bringen, um die Chance zu nutzen.
Manchmal bedeutet das, rechtzeitig zu passen – bevor man zu viel verliert.
Manchmal bedeutet es, alles auf eine Karte zu setzen – weil man an die Vision glaubt.
Beides ist legitim, solange es bewusst geschieht.
Das unterscheidet Zocken von Strategie.
Vielleicht ist genau das die wahre Kunst im Business:
Nicht immer recht zu haben, sondern mutig genug zu sein, Entscheidungen zu treffen.
Denn Stillstand kostet am Ende oft mehr als ein kontrolliertes Risiko.
Leadership ist kein Spiel der Perfektion, sondern eines der Haltung.
Am Ende zählt nicht, wie viele Hände du gewonnen hast.
Zählt, dass du am Tisch geblieben bist, beobachtet, gelernt und dich weiterentwickelt hast.
Denn wer nicht spielt, kann nicht gewinnen.
Und wer nicht riskiert, bleibt Zuschauer in einem Spiel, das andere mutiger spielen.
Also: Hören wir auf, Schach zu spielen.
Fangen wir an, professionell zu pokern.
Denn im Leben – wie im Business – gewinnt nicht der, der alles weiß,
sondern der, der mutig setzt, wenn der Moment gekommen ist.
Wie gehst du mit Entscheidungen um, wenn die Karten unvollständig sind?


